Trockenheit und Wasserbeschränkungen
Wenn die Temperaturen steigen und Wasserbeschränkungen in Kraft treten, wird der Zustand der Fussballplätze für Gemeinden und Vereine schnell zu einem zentralen Thema. Vergilbte Rasenflächen, verlangsamtes Wachstum, harte Böden und eine abnehmende Rasendichte: Die Folgen des Wassermangels sind sofort sichtbar.
Die Fähigkeit eines Sportplatzes, den Sommer gut zu überstehen, hängt jedoch nicht nur von den Entscheidungen ab, die im Juli oder August getroffen werden. Die Grundlage dafür wird bereits mehrere Monate zuvor geschaffen.
Vivien Bindler, Agraringenieur bei Realsport, erklärt, weshalb eine vorausschauende agronomische Pflege dazu beiträgt, Sportplätze besser auf Trockenperioden vorzubereiten.
Warum sind gewisse Sportplätze im Sommer widerstandsfähiger als andere?
Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Vorbereitung des Platzes und in der Regelmässigkeit seiner Pflege.
Wenn sich eine Trockenperiode über mehrere Wochen hinzieht, kann kein Naturrasen vollständig unempfindlich bleiben. Ein dichter, ausgewogen versorgter Rasen mit einem tiefreichenden Wurzelsystem kann seine Qualität jedoch deutlich länger bewahren.
Er ist ausserdem besser in der Lage, die im Boden noch vorhandene Feuchtigkeit zu nutzen und sich schneller zu erholen, sobald sich die Bedingungen wieder verbessern.
Die Qualität eines Sportplatzes im Sommer entscheidet sich somit nicht erst dann, wenn Wasserbeschränkungen angekündigt werden. Sie wird bereits nach dem Winter und während des gesamten Frühlings vorbereitet.
Welche Rolle spielt die Bewässerung bei dieser Vorbereitung?
Die Bewässerung soll die Entwicklung des Rasens unterstützen, ohne ihn vollständig von regelmässigen Wasserzufuhren abhängig zu machen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, sehr regelmässig, jedoch nur in geringen Mengen zu bewässern. Das Wasser verbleibt dadurch hauptsächlich in den obersten Zentimetern des Bodens. Für die Wurzeln besteht somit kein Grund, tiefer in den Boden vorzudringen, und sie bleiben oberflächlich.
Sobald Wasserbeschränkungen eintreten, wird der Rasen dadurch rasch anfällig, da ihm nur sehr geringe Reserven zur Verfügung stehen.
Eine weniger häufige, dafür ausreichend intensive Bewässerung fördert hingegen das Wachstum der Wurzeln in tiefere Bodenschichten, wo sie nach Feuchtigkeit suchen. Auf diese Weise entwickelt der Sportplatz schrittweise eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenstress.
Das Ziel besteht nicht darin, auf die Bewässerung zu verzichten, sondern sie gezielt und bedarfsgerecht einzusetzen – unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen, der Bodenbeschaffenheit und des tatsächlichen Wasserbedarfs des Rasens.
Reicht die Bewässerung aus, um einen Sportplatz auf Trockenperioden vorzubereiten?
Nein. Die Bewässerung ist lediglich ein Bestandteil der Gesamtstrategie.
Die Bodenstruktur ist ebenso wichtig. Ein verdichteter Boden oder ein Boden mit einer übermässigen Ansammlung abgestorbener organischer Substanz kann das verfügbare Wasser weniger gut aufnehmen und speichern.
Die im Frühling ausgeführten mechanischen Pflegemassnahmen spielen daher eine entscheidende Rolle. Tiefenbelüftungen, Bodenlockerungen und Vertikutierungen verbessern die Luft- und Wasserzirkulation im Boden.
Diese Massnahmen fördern zudem die Wurzelentwicklung und ermöglichen es dem Rasen, jede Wasserzufuhr besser zu nutzen – unabhängig davon, ob das Wasser aus der Bewässerung oder aus Niederschlägen stammt.
Kurzfristig können solche Arbeiten teilweise als störend empfunden werden, insbesondere aufgrund der vorübergehend sichtbaren Spuren auf dem Spielfeld. Für die darauffolgenden Monate stellen sie jedoch eine wichtige Investition dar.
Lassen sich Trockenperioden tatsächlich voraussehen?
Ihre genaue Dauer oder Intensität können wir selbstverständlich nicht vorhersagen. Wir wissen jedoch inzwischen, dass Hitzeperioden und Wassermangel zu den Belastungen gehören, mit denen sich die Verantwortlichen von Sportplätzen regelmässig auseinandersetzen müssen.
Die Frage lautet daher nicht mehr nur, ob eine Trockenperiode auftreten wird, sondern vielmehr, wie gut der Sportplatz darauf vorbereitet ist.
Eine abgestimmte Pflegestrategie ermöglicht es, eine Art Widerstandsfähigkeitsreserve aufzubauen. Ziel ist es nicht, einen Rasen unverwundbar zu machen, sondern ihm die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten, damit er seine Dichte, seine Farbe und seine sportfunktionellen Eigenschaften auch unter schwierigen Bedingungen möglichst lange bewahren kann.
Gleichzeitig soll eine schnellere Regeneration nach der Stressperiode gefördert werden.
Welchen Mehrwert bietet die agronomische Betreuung durch Realsport?
Bei Realsport betrachten wir die Pflege nicht als eine einfache Abfolge von im Voraus festgelegten Arbeiten.
Unsere Verträge umfassen eine echte agronomische Betreuung. Wir beobachten die Entwicklung des Rasens, die Bodenstruktur, die Wetterbedingungen sowie die Nutzungsintensität des Sportplatzes. Dadurch können wir die einzelnen Massnahmen zum richtigen Zeitpunkt und entsprechend den tatsächlichen Bedürfnissen jeder Fläche anpassen.
Zwei Sportplätze in derselben Region können je nach Bodenbeschaffenheit, Exposition, Nutzungsintensität oder bisheriger Pflege sehr unterschiedlich reagieren. Deshalb ist es wichtig, nicht überall systematisch dieselbe Methode anzuwenden.
Unsere Aufgabe besteht darin, Gemeinden und Vereine zu beraten, damit sie ihre Entscheidungen auf Beobachtung und vorausschauender Planung aufbauen können, anstatt erst in einer dringlichen Situation handeln zu müssen.
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?
Der Fussballplatz in Penthaz veranschaulicht diesen Ansatz sehr gut.
Während mehrere Sportplätze in der Region derzeit mit den Folgen der hohen Temperaturen und des Wassermangels zu kämpfen haben, weist der von uns gepflegte Platz in Penthaz weiterhin eine schöne Dichte und eine grüne Farbe auf.
Dieses Ergebnis beruht nicht auf einer einzelnen Massnahme, die im letzten Moment ausgeführt wurde. Es ist das Resultat einer regelmässigen Pflege, angepasster mechanischer Arbeiten, einer kontinuierlichen Bodenbeobachtung sowie einer gezielten Bewässerung während der vorangegangenen Monate.
Dies zeigt, dass die im Sommer sichtbaren Ergebnisse in Wirklichkeit während des gesamten Jahres erarbeitet werden.
Welchen Rat würden Sie den Verantwortlichen von Sportplätzen geben?
Es sollte vermieden werden, erst bei den ersten hohen Temperaturen über die Widerstandsfähigkeit des Rasens nachzudenken.
Die Vorbereitung muss bereits mit dem Beginn der Vegetationsperiode einsetzen. Dazu braucht es eine klare Strategie in den Bereichen Wurzelentwicklung, Düngung, Bodenstruktur und Wassermanagement.
Trockenperioden werden für einen Naturrasen immer eine anspruchsvolle Phase bleiben. Ein gut vorbereiteter Sportplatz wird solche Perioden jedoch unter deutlich besseren Bedingungen überstehen und sich anschliessend schneller erholen.
Bei Realsport vertreten wir diesen langfristigen Ansatz: die Funktionsweise des Sportplatzes verstehen, seine Bedürfnisse frühzeitig erkennen und zum richtigen Zeitpunkt eingreifen, um seine Qualität und seine sportlichen Eigenschaften dauerhaft zu erhalten.
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Eine Betreuung, die auf jeden Sportplatz abgestimmt ist
Realsport begleitet Gemeinden, Vereine und Betreiber von Sportanlagen bei der Pflege und agronomischen Betreuung ihrer Naturrasenspielfelder.
Jedes Pflegeprogramm wird an die Eigenschaften des Bodens, die Nutzungsintensität des Sportplatzes und die Ziele der Verantwortlichen angepasst.
Möchten Sie Ihre Sportplätze auf kommende Hitzeperioden vorbereiten und ihre agronomische Bewirtschaftung optimieren? Kontaktieren Sie unsere Fachpersonen, um eine Zustandsanalyse und ein individuell abgestimmtes Pflegeprogramm zu erstellen.

